Sammlungen
Die Basler Afrika Bibliographien (BAB) sind ein renommiertes Dokumentations- und Kompetenzzentrum in Basel, das sich auf Namibia und das südliche Afrika spezialisiert hat. Die Institution umfasst eine Bibliothek und ein Archiv und bietet Forschenden und Interessierten eine Vielfalt an Materialien.
Bibliothek
Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich. Ein Besuch ist auch ohne Voranmeldung möglich.
Die Bibliothek der BAB ist eine der umfassendsten Sammlungen zu Namibia ausserhalb des Landes und beinhaltet über 56’000 Bücher sowie rund 600 laufende Zeitschriften. Der Fokus liegt auf Publikationen, die alle namibischen Sprachen sowie historische, sozial- und naturwissenschaftliche Werke abdecken. Neben wissenschaftlicher Literatur finden sich auch Belletristik, Graue Literatur, Schulbücher und Veröffentlichungen namibischer Behörden. Die Sammlung wird durch Rara (seltene Bücher), Plakate, Landkarten, Filme, Zeitungen, Tonträger, Briefmarken, Ansichtskarten und andere Medien ergänzt.
Bei Fragen melden Sie sich gerne bei unserem Bibliotheksteam: library@baslerafrika.ch
Archiv
Das Archiv ist öffentlich zugänglich für alle Interessierten und Forschenden. Eine Voranmeldung ist zwingend: archive@baslerafrika.ch
Das Archiv konzentriert sich auf unpubliziertes Material und beherbergt rund 180 private Nachlässe (Personen Archive) und Archive von Organisationen (allgemeine Archive).
Die Schwerpunkte dieser Sammlungen liegen auf Namibia und dem südlichen Afrika im 20. Jahrhundert sowie Schweizer:innen in Afrika. Neben schriftlichen Dokumenten bewahrt das Archiv audiovisuelle Materialien wie Fotografien, Film- und Tonträger. Wir nehmen regelmässig neues Archivgut in unsere Bestände auf, jedoch keine im südlichen Afrika gelagerten Dokumente. In Absprache mit dem Nationalarchiv von Namibia (NAN) repatriieren die BAB seit 1995 regelmässig Teilbestände. Wir übernehmen zudem auch digital entstandenes Archivgut.
Bei Fragen melden Sie sich gerne bei unserem Archivteam: archive@baslerafrika.ch
Archiv Allgemeine Erklärung
Bestellformular Digitale Kopien BAB Archiv
Archivgesamtkatalog 2025
Bestellschein Archiv
Gebühren Veröffentlichungen von Reproduktionen
Preisliste für Vervielfältigungen
Sammlungspolitik
Die Sammlungspolitik der Basler Afrika Bibliographien (BAB) konzentriert sich auf das Kuratieren von Materialien zu Namibia und dem südlichen Afrika sowie den Verbindungen zwischen der Schweiz und Afrika.
Wir nehmen jedoch keine im südlichen Afrika gelagerten Unikate in unsere Bestände auf. Stattdessen streben wir Kooperationen mit Institutionen in den Herkunftsländern an, um dort eine langfristige und kontextgerechte Archivierung zu ermöglichen.
Namibia und das südliche Afrika
Die BAB hantieren umfassende Materialien zu Namibia und dem südlichen Afrika, mit einem interdisziplinären Ansatz, der Themen wie Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur und Naturwissenschaften abdeckt.
Verbindungen zwischen der Schweiz und Afrika
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung und Dokumentation der Beziehungen zwischen der Schweiz und Afrika.
Solidaritätsbewegungen
Im Archiv der BAB befinden sich bedeutende Bestände von Solidaritätsbewegungen, insbesondere solche, die sich gegen Apartheid engagierten oder politische Reformen in Afrika unterstützten.
Vielfalt der Medien
Die Sammlung umfasst Bücher, Zeitschriften, graue Literatur, Plakate, Film, Fotografien und Ton sowie digitale Objekte. Damit wird eine breite Palette an Informationen zugänglich gemacht.
Disclaimer
Umgang mit kolonialem und rassistischem Vokabular im Archiv
Umgang mit kolonialem und rassistischem Vokabular im Archiv
Das Archivteam der BAB macht mit diesem Disclaimer die kuratorischen Entscheidungen im Umgang mit kolonialen Sammlungen in unseren Katalogen und Datenbanken transparent. Wir sehen dies als einen fortlaufenden Prozess, der ständige Reflexion und Anpassungen erfordert. Dabei tragen wir die Verantwortung sowohl für die Darstellung der Inhalte als auch gegenüber den erwähnten oder abgebildeten Personen, Familien und deren Nachkommen.
Im Dialog mit Expert:innen und Kolleg:innen – insbesondere aus Namibia und dem südlichen Afrika – entwickeln wir Strategien und Praktiken für einen dekolonialen Umgang mit den Sammlungen. Unser Ziel ist ein respektvoller, transparenter und inklusiver Zugang zu den Quellenbeständen.
Wir laden alle Interessierten ein, diesen Prozess kritisch und aktiv zu begleiten.
Ihre Kommentare sind uns wichtig und können per E-Mail an archive@baslerafrika.ch gesendet werden.
Umgang mit problematischer Sprache und sensiblen Inhalten
Umgang mit problematischer Sprache und sensiblen Inhalten
Viele unserer Bestände stammen aus kolonialen Kontexten. Daher finden sich in den Katalogeinträgen Begriffe und Formulierungen, die heute als verletzend, herabwürdigend oder falsch gelten. Um diese kritisch einzuordnen und einen verantwortungsvollen Umgang damit zu gewährleisten, haben wir folgende Strategien entwickelt:
- Kennzeichnung und Kontextualisierung: Problematische Originalbegriffe, Zitate, Titel und Bildunterschriften werden in Anführungszeichen gesetzt und, wenn nötig, mit dem Hinweis [historischer Begriff] ergänzt, um auf den historischen Ursprung hinzuweisen.
- Unkenntlichmachung sensibler Wörter: Stark verletzende Begriffe werden im Katalog unlesbar gemacht (z. B. N-, M- oder K-Wort). Beispiel: „N****“ [historischer Begriff].
- Suchbarkeit: Historische Ortsnamen oder Begriffe bleiben zur Recherche erhalten, werden jedoch durch aktuelle Bezeichnungen ergänzt und als Synonyme hinterlegt. Beispiel: Ovamboland (historischer Begriff).
Aktualisierte Schlagwortpolitik: Seit 2018 verwenden wir keine ethnischen Bezeichnungen mehr als Schlagworte im Archiv für neue Katalogeinträge. Ältere Einträge enthalten diese jedoch weiterhin.
Visuelle Medien und ethische Herausforderungen im Archiv- und Bibliothekskatalog
Visuelle Medien und ethische Herausforderungen im Archiv- und Bibliothekskatalog
Die Digitalisierung und Bereitstellung von Bildern aus kolonialen Kontexten im Internet bergen zahlreiche ethische Herausforderungen. Diese Bildarchive zeigen oftmals Personen ohne Namen und bilden alltägliche und strukturelle Gewaltverhältnisse ab, z.B. durch Kriegs- oder Folterdarstellungen. Zudem können sie von rassistischen, objektivierenden, sexualisierenden oder voyeuristischen Perspektiven geprägt sein.
Daher treffen wir bei der Auswahl von online gezeigten Bildern die folgenden Entscheidungen:
- Vermeidung diskriminierender Darstellungen: Wir vermeiden die Bereitstellung von Bildern, die Personen diskriminieren.
- Unkenntlichmachung von Inhalten: Falls nötig, bearbeiten wir Bilder, indem wir sensible Inhalte unkenntlich machen.
- Klare Kennzeichnung von Eingriffen: Wie beim Umgang mit problematischem Vokabular kennzeichnen wir auch Eingriffe in die Bildsammlungen stets deutlich.


