Marie Muschalek: „Violence as Usual“

Marie Muschalek: „Violence as Usual“

Presentation

Location: Basler Afrika Bibliographien, Klosterberg 23, Basel

Di., 28. Oktober 2014, 18:15 - 19:45 Uhr

Marie Muschalek: „Violence as Usual“

"Police Work and the Colonial State in German South West Africa". Vortrag in englischer Sprache.

Vortrag im Rahmen des African History Seminars des Departements Geschichte, Universität Basel.

Marie Muschalek hat vor kurzem ihr Doktorat an der Cornell University(USA) mit einer Dissertation zum kolonialen Polizeiwesen im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika abgeschlossen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Kolonialgeschichte sowie Militär- und Polizeigeschichte. Sie arbeitet zurzeit als Post.Doc am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs Universität in Freiburg.

Abstract

Gestützt auf ihre Dissertation spricht Marie Muschalek in ihrem Vortrag über Formen von Gewalt in der Alltagspraxis der kolonialen Polizei im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika.

Mit Fokus auf alltägliche Polizeiarbeit zeigt sie auf, dass staatliche Macht nicht ausschliesslich auf dem Monopolisieren von Gewalt und folglich dem Unterdrücken von exzessiver, zerstörerischer und inoffizieller Gewaltausübung beruhte. Vielmehr stützte sich koloniale Herrschaft als soziale Praxis auch auf das Etablieren und Regulieren spezifischer Formen von ‚alltäglicher‘ Gewaltanwendung in der breiteren Gesellschaft. Diese Formen gewalttätiger Interaktion waren partizipativ, geteilt und ritualisiert. Zudem beinhalteten sie sowohl Momente des Aushandelns wie auch Momente des beispielhaften Anleitens. Diese Formen der alltäglichen Gewaltanwendung wirkten produktiv und ordnend.

Mit ihrer Analyse von zugleich produktiven und zerstörerischen Gewaltpraktiken der kolonialen Polizei in Deutsch-Südwest Afrika ergründet Marie Muschalek eine mögliche Antwort auf die Frage, wie selbst ein offensichtlich schwacher Regierungsapparat weitreichende soziale Transformationsprozesse durchsetzen konnte.